„Wir sind die mit den vielen Göttern“ – Pagane im interreligiösen Dialog  (Gudrun Pannier)

Infotext Pagan Federation: PFI Flyer

Seit 2015 ist die PFI Teil eines Bündnisses namens „Pagane Wege und Gemeinschaften Berlin“, dem auch weitere pagane und heidnische Vereine, Gruppen, Zirkel, Orden und Einzelpersonen angehören.  Ursprünglich war (und ist es noch) Ziel des Zusammenschlusses, die Teilnahme an der jährlich stattfindenden „Langen Nacht der Religionen“ zu organisieren.

Bisher hat dieses Event dreimal stattgefunden, zuletzt im Mai 2017 parallel zum Evangelischen Kirchentag. Konstant verzeichnen „die Paganen“ mehrere hundert Besucher*innen, mehr als die meisten anderen Veranstaltungen dieses Tages.

Vertreter*innen des Bündnisses sind Mitglied im Initiativkreis der Langen Nacht und im Berliner Forum der Religionen.

In diesem Jahr nahm die PFI auch mit einem Infostand an der Langen Nacht der Religionen in Dortmund teil. An anderen Orten arbeiten die Regionalkoordinatorinnen und Mitglieder ebenfalls daran, in en interreligiösen Dialog integriert zu werden.

Auch an anderen Orten – Einladungen von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, von Parteien, politischen Gremien – nehmen PFI Vertreterinnen teil.

Lange Nacht der Religionen 2017 – Pressefoto mit Vertreterinnen der PFI e.V. (Gudrun Pannier & Faye, Mitte rechts)

Wie werden „wir Paganen“ wahrgenommen? Welchen Vorurteilen begegnen wir? Welche Probleme sind aufgetreten und welche Strategien gibt es, um Gespräche aufzunehmen und zu führen? Welche Erfahrungen und Anregungen einzelner Mitglieder können wir für diese Aufgaben aufgreifen und umsetzen? Gibt es Erfahrungen aus anderen Ländern aus denen wir lernen können?

Ein Erfahrungsbericht mit Diskussionsrunde und Austausch.

Gudrun Pannier, Jahrgang 1965, ist Diplomtheologin und verließ die Kirche 1992. Heute ist sie als freiberufliche Dozentin tätig. Sie versteht sich als eklektische Magierin und ist seit 2016 im Vorstand der PFI e.V., vorher war sie bereits für den interreligiösen Dialog zuständig. Sie ist MItglied im Initiativkreis der Langen Nacht der Religionen.

 

Eine Zusammenfassung des Vortrages findet ihr auf dem Blog „Hausaltar“

„Pagan Pride Projekt“ (Patricia Asunja)

Infotext  Pagan Pride

Im frei zugänglichen Außenbereich stellte Patricia Asunja das Pagan Pride Projekt vor. In Deutschland befindet sich dieses Projekt im Aufbau, schaut aber schon auf eine eindrucksvolle Geschichte in UK und den USA zurück.

Das Projekt

Das Pagan Pride Project (Projekt Paganer Stolz) oder PPP oder kurz Pagan Pride entstand Ende der 90er Jahre.

Es war eine Vision von Cecylyna Brightsword’s — jetzt Cecylyna Dewr –, die bei ihrer Mitarbeit in der Pagan Awareness League, oder PAL heranwuchs. Zuerst schlug sie es PAL als Programm vor, aber zu dieser Zeit war PAL nur sporadisch aktiv.

Von Anfang an beinhaltete die Idee, dass die Events alle anders würden, aber mindestens drei gemeinsame Elemente haben sollten:

  1. Mindestens ein öffentliches Ritual.
    Offen für Pagane, Nicht-Pagane, zufällige Gäste und Zuschauern.
  2. Presse Mitteilungen und Öffentlichkeitsarbeit,
    die eine positive Mediendarstellung für Pagane und Paganismus verbreiten.
  3. Ein „Food Drive“ (Nahrungsmittelsammlung) für lokale karitative Projekte wie zum Beispiel Frauenhäuser, Obdachlosen-oder Flüchtlingsheime.

Im September 1998 fand – mit Hilfe vieler lokaler Koordinatoren – das erste offizielle Event in siebzehn US Staaten und in Kanada statt. Im ersten Jahr lag die Zahl der Besucher bei geschätzt 1000.

1999 lag der Termin wieder im September. Jedoch mit Rücksicht auf unterschiedliche Wetterbedingungen und lokale Traditionen ist der Zeitraum jetzt ganz flexibel in der „Zeit der Ernte“ von Ende August bis zur ersten Woche im Oktober vorgesehen.

1999 gab es 43 Events, ungefähr 5000 Gäste und es wurden ungefähr 5000 Pfund Nahrungsmittel gesammelt. Im Jahr 2000 wurde es nötig, regionale Koordinatoren mit Vorständen einzurichten., denn es gab nun bereits 55 Events, über 10.000 Gäste, 8.500 Pfund Nahrungsmittel und 5000 Dollar Spenden wurden gesammelt.

2001 war das Jahr in dem die Veranstaltungen richtig durchstarteten und nicht mehr aufzuhalten waren. Leider war es im Schatten von 9/11, vor allem in New York. Aber es war auch ein Jahr, das zeigte, wie wir Pagane zusammenhielten und helfen wollten. Die Spenden wuchsen um 50% und PPP wurde zu einem wirklichen Weltevent auf jedem Kontinent (außer Antarktika).

2015 zum Beispiel hatte alleine der PPP Los Angeles/Orange County 2500 Gäste.

PPP Deutschland ist ein neues Event, das sich 2017 bei der PFI Konferenz vorstellt, um ab 2018 ein eigenes Event zu werden.

Im Zentrum des PPP stehen Toleranz und Offenheit, es ist ein inklusives Event und Hass jeglicher Art ist dort nicht willkommen.

Pagan Pride Project

 

Patricia Asunja

Patricia (Lady) Asunja wurde in Heidelberg, Deutschland geboren, wuchs dort auf und ging dort auch bis zum Vordiplom zur Uni Heidelberg. Danach erhielt sie ein Stipendium in Südkalifornien und blieb für über 25 Jahre in der USA.  Sie war sehr aktiv in den lokalen Asatru- und Paganen Gemeinschaften mit Vernetzung, Anbieten von Workshops, Stammtischen, Blots und Studiengruppen. Sie war auch mehrere Jahre im Vorstand von Los Angeles/Orange County Pagan Pride.

Im Herbst 2013 kam sie nach Deutschland zurück und wohnt seitdem in Berlin.  ie arbeitet dort wieder mit Gruppen der Paganen und Asatru Glaubensgemeinschaften um wieder Dinge anzubieten, die dazu führen über das Heidentum aufzuklären, Missverständnisse aufzuklären und die Rechte der Heiden weiter zu bringen.  Sie arbeitet auch mit dem Berliner Forum der Religionen, einer Senat geförderten interreligiösen Gruppe. Im Sommer 2017 wurde sie auch Sprecherin für Interreligiöse Arbeit für die PFI Deutschland. Sie gründete auch das deutsche Chapter für Pagan Pride Deutschland und hofft, es in Deutschland zum Erfolg zu machen.

Englisch:

Patricia (Lady) Asunja was born, raised and educated in Heidelberg, Germany.  Then she moved to Southern California for over 25 years.  She was very active in the local Heathen and Pagan community with networking, offering workshops, Blots, meet-ups and was a director of the LA/OC Pagan Pride for several years.  In the fall of 2013 she moved back home and now lives in Berlin, where she again works with groups in the Pagan community to offer education, clear up misconceptions and further the rights of Pagans.  She also works with the Berlin Forum of Religion, a Senat sponsored interreligious program. In the summer of 2017 she became also a speaker for Interreligious work for the PFI.  She also recieved the German chapter for Pagan Pride Hermany and hopes to make it a success here also.